Jahresbericht 2010

TNr. 12: Energieeinsparung bei Serverräumen

Serverschrank, © zylox/Fotolia.de

Für die über 1.100 Serverräume in staatlichen Gebäuden müssen 5 Mio. € jährlich an Stromkosten alleine für die Kühlung aufge­wendet werden.Der ORH hat einfach umzusetzende Maßnahmen aufgezeigt, mit denen sich jährlich 2 Mio. € Stromkosten sparen und so der Aus­stoß von 7.000 t Kohlendioxid (CO2) vermeiden ließen.

Kurzfassung
Umsetzung des Prüfungsergebnisses ORH icon abgeschlossen

Der ORH und ein Staatliches Rechnungsprüfungsamt haben 2009 untersucht, ob bei den über 1.100 dezentralen Serverräumen Energieeinsparpotenziale bestehen. Dazu wurden örtliche Erhebungen bei 50 Serverräumen in den Bereichen der Bau-, Finanz- und Vermessungsverwaltung, der Gewerbeaufsicht, der Justiz sowie der Polizei durchgeführt.


12.1 Ausgangslage


In den Serverräumen entsteht durch den Betrieb der IT-Technik Wärme. Damit Ser­ver und Netzkomponenten nicht überhitzen, müssen sie gekühlt werden; sonst dro­hen Betriebsausfälle und Datenverluste. Die Kühlung der über 1.100 Serverräume in staatlichen Gebäuden verbraucht jährlich Strom für 5 Mio. € und verursacht den Ausstoß von 17.500 t CO2.

Nach dem Ministerratsbeschluss vom 07.03.2006 sollen die dezentralen IT-Betriebs­zentren sukzessive in die Rechenzentren (RZ Süd und RZ Nord) eingegliedert wer­den. Bei den bisher eingegliederten Stellen hat sich gezeigt, dass IT-Technik (u. a. Fileserver, Domain Controller) einstweilen vor Ort bleibt. Darüber hinaus sind in den Dienststellen auch noch lokale IT-Systeme zu betreiben (z. B. Netzwerkkomponen­ten, Telefon- und Zeiterfassungsserver).


12.2 Feststellungen und Empfehlungen



12.2.1 Möglichkeiten zur Energieeinsparung blieben ungenutzt


Zur Kühlung der Serverräume in den geprüften 50 IT-Betriebszentren wurde Folgen­des festgestellt:

Die Feststellungen zeigen, dass die Verwaltung selbst einfache Maßnahmen zur Energieeinsparung nicht ergriff. Der ORH hat angeregt:

Nach einer überschlägigen Hochrechnung könnten allein durch Anhebung der Kühl­temperatur auf 25°C und Nutzung der Freien Kühlung die Stromkosten um 2 Mio. € und der CO2-Ausstoß um 7.000 t jährlich reduziert werden.

Der ORH hält es darüber hinaus für notwendig, die Bediensteten der IT-Betriebs­zentren für das Thema Energieeinsparung zu sensibilisieren, ihnen konkrete Hand­lungsanleitungen für den Betrieb und die Wartung der IT-Technik und der Kälteanla­gen vorzugeben und deren Einhaltung zu überwachen.


12.2.2 Planung von Serverräumen oft nicht energiebewusst


Zur Planung der Serverräume wurde festgestellt:

Nach Auffassung des ORH war die Planung der Serverräume in der Vergangenheit oft nicht energiebewusst. Dies ist unverzichtbar, um später einen wirtschaftlichen und ökologischen Betrieb der IT-Anlagen zu gewährleisten.

Der ORH hat angeregt, die "Planungsrichtlinie für Kommunikationsnetze (KomNet)" um folgende Punkte zu ergänzen:

Eine besondere planerische Herausforderung ist der sukzessive Aufbau der Rechen­zentren Nord und Süd. Durch hocheffiziente Server-/Rack-Systeme, Bündelung der Server und Erhöhung des Server-Nutzungsgrades mittels Virtualisierung kann die Zahl der Server verringert werden. Damit sinkt der Kühl- und Energieaufwand. Gleich­zeitig kann die zentral anfallende, gebündelte Betriebsenergie besser rückgewonnen und nutzbar gemacht werden.


12.2.3 Zuständigkeiten für Energieverbrauch unkoordiniert


Die Zuständigkeiten für Planung und Betrieb der Serverräume sind wie folgt fest­gelegt:

Nach Ansicht des ORH fehlt bislang eine klare Zuständigkeit für den Energiever­brauch von Serverräumen. Um den Energiebedarf und den CO2-Ausstoß wirksam zu reduzieren, muss die Verantwortung koordiniert und gebündelt werden.


12.3 Stellungnahme des IT-Beauftragten und Schlussbemerkung des ORH


Die Empfehlungen des ORH hat der IT-Beauftragte der Staatsregierung positiv auf­genommen. Sie würden auch von der Staatskanzlei und den Ressorts breit unter­stützt.

Vielfältige Aktivitäten seien nach Vorliegen der Prüfungsfeststellungen des ORH be­reits unternommen worden. So hätten die Staatskanzlei und einige Ressorts Klima­schutzbeauftragte bestimmt und Anregungen zum energieeffizienten Betrieb umge­setzt bzw. eingeleitet, wie die fallbezogene Anhebung der Raumtemperatur auf 25°C und den Einsatz der Freien Kühlung. Die Ergänzung der Planungsrichtlinie sei vor­gesehen, die Verlagerung von Servern in die zentralen Rechenzentren solle bis Ende 2013 weitestgehend abgeschlossen sein.

Das Anliegen der Energieeinsparung bei Serverräumen könne insbesondere durch die Konsolidierung der Rechenzentren und IT-Betriebszentren mit einer entsprechen­den Servervirtualisierung unterstützt werden. Die Stabsstelle des IT-Beauftragten werde diese Aufgabe weiter vorantreiben.

Damit die Idee "Green-IT" zügig und erfolgreich umgesetzt wird, sollten nach Auffas­sung des ORH neben der Bündelung der Server in Rechenzentren